Über mich

Die Fotografie war der Ausgangspunkt für die Massenmedien, die heute eine allmächtige Rolle als Kommunikationsmittel einnehmen; ohne Sie gäbe es weder das Kino noch das Fernsehen. Die tägliche Betrachtung des Bildschirmes ist zu einer Droge für Millionen von Menschen geworden.

Gisèle Freund, Fotografie und Gesellschaft, Paris 1974

 

Zu meinem sechsten Geburtstag bekam ich meine erste Kamera geschenkt: Eine Agfa Instamatic. Der Auslöserknopf war rot, und wenn man ihn drückte, hörte man einen charakteristischen Klick. Noch heute kann ich mich an diesen Ton erinnern.

Das Geräusch des Auslösers ist so untrennbar mit dem Fotografieren verbunden, dass sogar moderne digitale Kameras oder Smartphones nicht darauf verzichten wollen und ihn simulieren.

Mit meiner Kamera, mit dem wichtigen roten Knopf, zog ich los. Meine bevorzugten Motive waren im Gelsenkirchener Zoo die Pinguine. Sie machten sich gut in Schwarz-Weiß. Farbfilme waren damals teurer als Schwarz-Weiß-Filme und so reichte mein Taschengeld für mehr Bilder. Später lernte ich die Filme selber zu entwickeln und Abzüge herzustellen. Auch das sparte Geld für mehr Fotos. Jedes Bild war kostbar, denn es kostete wirklich Geld es zu machen. Eine magische Zeit. Heute im Zeitalter der digitalen Bilder staune ich immer wieder über die Massen an Fotos, die ich täglich mache. Und die aus meinem Gedächtnis wieder verschwinden. Meine ersten wackeligen, oft unscharfen Fotos der Pinguine habe ich nie vergessen.

Fotografie war für mich immer das erste Mittel zu entdecken und zu beobachten. Als Fotograf wurde ich klassisch analog ausgebildet, um dann die Zeitenwende zur Digitalität zu erleben. Von den neuen Möglichkeiten der digitalen Welt, nicht nur in der Fotografie, ließ ich mich während meines Studiums der Publizistik mitreißen und entfernte mich zunächst weit davon Fotograf zu sein. Ich arbeitete für das Musikfernsehen, als dort noch fast nur Musikvideos zu sehen waren und gründete später ein Internet-Start-Up.

Als der erste Goldrausch für Internetunternehmen verflog, wurde ich nicht geschont. Da ich als klassischer Fotograf viel im Bereich der Aktfotografie gearbeitet hatte und als Tutor an der VHS in Bochum eigene Kurse in diesem Bereich angeboten hatte, fing ich an, für ein Erotikportal im Internet zu arbeiten.

Nicht, weil ich jung war und das Geld brauchte, sondern es fügten sich alle Puzzelteile meiner Fähigkeiten und Leidenschaften perfekt zusammen. Das Geschäft mit der Erotik war schon immer eines der technisch innovativsten und professionellsten Arbeitsfelder der Medienwelt. Dort ist nichts Zufall und jeder Erfolg das Ergebnis intelligenter Planung und genauer Kenntnis der menschlichen Sehnsüchte und Abgründe. Wer dies schmuddelig findet, vergisst nur, dass einem die Betrachtung eines Spiegelbildes häufig selbst peinlich ist.

Heute habe ich das Glück und Privileg, als Fotograf und Journalist in einem, im ursprünglichen Wortsinn, sehr reizvollen Umfeld arbeiten zu können. Die Entdeckungsreise mit der Fotografie ist noch nicht beendet. Wer weiß, vielleicht geht es irgendwann auch mal dahin, wo die Pinguine leben.

Da niemand ununterbrochen kreativ sein kann, benötigt jeder Künstler einen Kreis von Menschen, die ihn inspirieren und unterstützen. All Ihnen gilt mein Dank. Mein astrologischer Fotografenzwilling Jan hat in langen Telefonaten die Idee zu diesem Projekt von Anfang an unterstützt und ganz nebenbei einen Peoplefotografen umgeschult. Ohne seinen klugen Rat hätte vieles sehr viel länger gedauert. Thomas hat mich mit seiner Begeisterung für meine Idee angeschoben einfach mal anzufangen. Meinem Chef und Freund Oscar, der das Projekt ganz schnell ins Internet gehoben hat und der das wundervolle Logo entwickelte. Er erinnert mich immer daran, dass nur das zählt was man tut. Meinem Freund Stefan für viele Gespräche über die Welt und Frauen vor der Goldkante in Bochum. Auch wenn wir nie eine Lösung gefunden haben. Meiner Freundin Katja für unsere kleine Donnerstagsrunde und für die Zigaretten, die ich ihr dabei wegrauche. Nathalie für eine wunderbare Freundschaft, die mit der Fotografie begann und jede Zeit und Entfernung überdauert hat. Meinem Kollegen Christian, der die Last auf sich genommen hat ein Portraitfoto eines Fotografen zu machen. Eine besonders große Hilfe war Carina, die mir den Weg gewiesen hat, auch wenn sie nie verstehen wird, wie sie das gemacht hat. Ohne ihre Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich geworden.

Mein besonderer Dank aber gilt all jenen Menschen, die mich in ihre kleine, verborgene Welt gelassen haben.

 


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